Concubine geben alles (umsonst her)

Man darf sich nichts vormachen: so sehr Techno in Berlin (wo der Technoarm ja zu Hause ist) zur Alltagskultur gehört und zu jeder Tages- und Nachtzeit im Café, im Späti, beim Friseur oder aus dem Auto heraus ertönen kann, so außergewöhnlich ist das im Vergleich zu anderen Städten. Beim überfüllten Vietnamesen zu sitzen und zum Pak Choi Minimal Techno serviert zu bekommen, gibt es woanders eher selten. Ein Grund mehr, warum man als DJ gerne an die Spree zieht. Ein anderer Grund ist, dass die anderen auch schon alle da sind. Nehmen wir nur mal den Kanadier Noah Pred und den Australier Rick Bull (auch bekannt als Deepchild). Die beiden trafen sich eines Winters in Berlin und hatten wohl die Nase voll davon, alleine vor sich hinzuproduzieren. Und die Stadt strengte auch ein bisschen an. Einmal die Woche traf man sich also zum gemeinsamen Musizieren (klingt altbacken, aber genau so muss man sich das vorstellen), um ohne Druck zu improvisieren und herumzuspielen. Aus diesen Kreuzberger Sessions entstand schließlich ein Debütalbum, das die beiden unter dem Namen Concubine fertiggestellt haben. Atmosphärisch dicht, zusammengehalten durch den Beat, voller kleiner Spielereien, durchsetzt mit Stimmfetzen, wobbelnden Acid-Klängen und improvisierten Melodien. „Concubine“ (so heißt nicht nur das Projekt, sondern auch das Album selbst) gibt es umsonst auf der Homepage der beiden: http://www.concubine.cc/