Recondite ist Iffy!

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Schöne Geschichte: Lorenz Brunner alias Recondite wächst in der niederbayrischen Provinz auf, zieht vor ein paar Jahren nach Berlin und startet von da seine Clubkarriere, die ihn unter anderem nach Los Angeles, Tokio und Ibiza führt. Er hat geschafft, was sich viele Produzenten aus der Clubszene wünschen, er hat einen eigenen Sound entwickelt. Iffy heißt Recondites drittes Album, das bedeutet wohl so viel wie „unentschlossen“ oder „launisch“. Es ist aber gar nicht so unentschlossen, sondern gut - wenn auch nicht ganz so gut wie die außergewöhnliche Vorgängerplatte Hinterland. Hinterland war geheimnisvoll, düster, verträumt. Iffy ist geradliniger, schnörkelloser, simpler. Die Tracks leben von den eingängigen Basslines und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wünsche ich mir doch den alten Recondite zurück.
Recondite – Iffy (Label: Innervisions)

Steffi houst wie ein Kenner

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Ich weiß nicht, wie alt Steffi Doms genau ist. Aber ihre neue Platte lässt von der ersten Minute an vermuten: auf keinen Fall um die 20, sondern deutlich älter. Denn das, was die Holländerin, die seit Jahren in Berlin zu Hause ist, auf ihrem zweiten Album raushaut, verrät in jeder Note, in jedem Sound, in jedem Beat eine große Kenntnis der elektronischen Musikgeschichte. Das könnte, theoretisch, natürlich eine eher langweilige Schulstunde in Sachen House und Techno werden, ist aber, praktisch, eine ziemlich runde Angelegenheit. Steffi legt schon lange und regelmäßig in der Panorama Bar im Berghain auf und wühlt dafür immer tief in ihren Plattenkisten. Anders als auf ihrem Debüt kann man ihr tiefes Geschichtsbewusstsein jetzt auch hören. Die Tracks haben Drive (dieses Wort wollte ich schon lange mal in einer Plattenkritik anwenden, aber erst hier trifft es so richtig) und gleichzeitig die so oft geforderte aber selten gelieferte Tiefe. Musik, die einen mit leerem Blick in die Gegend starren lässt. Wie, schon wieder einer Stunde vergangen? Herrlich!
Steffi – Power of Anonymity (Label: Ostgut Ton)

Wer ist Steve Singleton?

Der ein oder andere hat sich vielleicht schon über meine Twitter-Timeline an der Seite gewundert: das Foto einer Baseballjacke, verbunden mit der Frage an diverse Menschen mit dem Namen „Steve Singleton“, ob das eventuell ihre alte Teamjacke sein könnte. Dahinter steckt natürlich etwas! Ein Geheimnis! Vergangenheit, alte Geschichten, verschwundene Menschen und so. Aber vielleicht fange ich erst einmal mit dem Anfang an. Read and rave on nach dem Klick ...

Andy Stott stottert nicht mehr!

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Andy Stott gehört für mich zu Berlin. Obwohl er gar nicht in Berlin wohnt, sondern in Manchester. Aber erstens ist er mit seinen Live-Sets regelmäßig hier zu erleben, auch beim Atonal- und beim CTM-Festival war er schon zu Gast. Und zweitens strahlt seine Musik etwas aus, das mich an die frühen Zeiten von Berlin als Hauptstadt des Kellertechnos erinnert: rumpelnde, düster anmutende Beats, die das Zeug dazu haben, denjenigen, der sich zu viel davon antut, auf einen schlechten Film zu schicken. Andy Stott spielt auf seinem neuen Album wie gehabt viel mit Atmosphäre, Faith In Strangers lässt aber den Dubtechno von früher komplett, den Gothic House seines letzten Albums halb zurück. Mit ein Grund, warum Andy Stott in aller Welt erbitterte Fans (mich zum Beispiel) hat: er schafft es tatsächlich, die elektronische Musik in neue Bahnen zu lenken. Murder on the dancefloor. Denn tanzen kann man zu diesen Klängen eher nicht.

Elecro Royale - the female edition

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Vor ein, zwei Jahren hatte ich schon einmal eine Ausgabe von Electro Royale (ihr wisst schon, meine Show bei ByteFM) zusammengestellt, in der nur Frauen auftauchten. Jetzt ist es wieder so weit. Der Grund ist der gleiche: noch immer sind Frauen in der elektronischen Musik, im DJ-Business, in der Clubkultur unterrepräsentiert. Ich will jetzt auch gar nicht wieder mit der Diskussion anfangen, ob es daran liegt, dass so wenig Frauen DJs sind oder so wenig Frauen elektronische Musik produzieren und das wiederum dazu führt, dass nicht so oft Frauen gebucht werden. Oder ob da insgesamt an der Ignoranz von Männern und Männernetzwerken liegt. Ich vermute mal: beides hängt miteinander zusammen. Das Ergebnis aber ist natürlich Mist. Was also kann man(n) da machen? Sich immer wieder selbst hinterfragen. Habe ich getan und gedacht: auch bei Electro Royale kommen Frauen nicht so oft vor, wie sie es eigentlich müssten. Außer natürlich heute, am Samstag, dem 15. November von 20 bis 22 Uhr. Alle Tracks stammen von Frauen und nur Männlein Martin Böttcher gibt zwischendurch ab und zu seinen Senf dazu. Mit dabei, unter anderem, Planningtorock, Dana Rush, Machine Girl, Camea, Nina Hudej, Joyce Muniz, J.Phlip und Rona Geffen.

Lieblingsvideo ...

Einfach mal ein paar Links ...

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Was haben wir denn hier? Einige interessante Geschichten aus der letzten Zeit:
Dimitri Hegemann, mit dem ich vor einigen Monaten in Detroit war, hat jetzt rausgelassen, aus welchem Gebäude in Detroit er einen Technotempel machen möchte.
Sven Väth ist 50 geworden. Wie so viele Babyboomer gerade. Aber der Babba Sven, das ist natürlich was besonderes.
„Techno macht dumm“, titelt der ein oder andere. Warum? Weil mit Hilfe einer ohnehin nicht ernst gemeinten „Untersuchung“ auch noch völlig falsche Zusammenhänge hergestellt werden.
Mark Bell, Technopionier, ist nach einer Operation gestorben. Und wer hat nicht alles über ihn geschrieben. Den Artikel vom Guardian fand ich eigentlich am besten. Und dann habe ich auch noch mal mein kurzes Stück über sein Frequencies-Album gelesen und für OK befunden.

Bringmann & Kopetzki bringen es, Mann!

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Neulich im Deutschlandradio-Kultur-Studio: Neben mir saß Bringmann, aus Kassel war Kopetzki zugeschaltet. Zusammen sind sie ja Bringmann & Kopetzki, seit 25 Jahren zeichnen sie gemeinsam Comics, die sich mit der Clubszene beschäftigen. Karikaturen, die um Techno, House, Electro kreisen. Legendär natürlich ihre Hauptfigur Hotze und seine verstrahlten Freunde, die Monat für Monat das Musikmagazin Groove verschönern. Und die Welt insgesamt ein bisschen erträglicher machen. Read and rave on nach dem Klick ...

Aphex Twin kommt mit Syro um die Ecke

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Aphex Twin, dieser ziemlich zurückgezogen lebende Ausnahmemusiker heißt mit richtigem Namen Richard D. James. Aber was sind schon Namen? Man muss sich nur mal die Trackliste seines neuen Albums „Syro“ ansehen, da verliert man jeden Glauben an richtige oder falsche Namen. Aphex Twin hat sie nämlich einfach nach seinen Gerätschaften oder Computerprogrammen oder was auch immer genannt: Circlont6a, Circlon14, Papat4 und so weiter und so fort. Er darf das, dieser mittlerweile 43-jährige Produzent bzw. er muss das vielleicht sogar machen, denn seine Fans erwarten das von ihm. Read and rave on nach dem Klick ...

Mann ...

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... was sehne ich den Winter herbei, damit Depressionen endlich wieder erlaubt sind und mit dem strengen Berliner Wetter erklärt werden können. Davon mal abgesehen: dieses Blog befindet sich ja schon eine Weile im Winterschlaf, auch das könnte dann erklärt werden. Aber vielleicht wird ja auch alles von allein besser. Demnächst. Also ... bald. Hoffentlich.

Türsteherei auf Lehramt

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Das hat sich schnell gelesen. Sven Marquardt, in Ost-Berlin Punk, Fotograf und Nichtsnutz, nach der Wende vor allem als Türsteher vom Berghain bekannt geworden, hat seine Memoiren aufgeschrieben bzw. aufschreiben lassen: Die Nacht ist Leben. Mehr als 200 Seiten, in denen er von seinen ersten 50 Jahren erzählt. Übers Berghain lässt er nicht viel raus, was ich cool finde. Noch besser gefällt mir, was er für ein Leben in der DDR geführt hat: sein Leben nämlich. So, wie er das für richtig hielt, ziemlich unangepasst, nicht gegen Partei und Staat, sondern irgendwie ... parallel dazu. In einer eigenen Welt. Das war vielleicht nicht jedem möglich, aber ihm schon ... und so, wie er es beschreibt, war das nicht einmal so furchtbar schwierig.
Schade, dass er durch die vielen Episoden durchhastet. Und sehr, sehr schade, dass das Ganze so unliterarisch, so ohne Dramaturgie, einfach nur der Reihenfolge nach erzählt wird. Trotzdem gerne - und schnell - gelesen.

EX EX EX EX ... und Plastikman

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Plastikman, das ist das bekannteste Pseudonym von Richie Hawtin und wenn man über den in England geborenen, in Kanada aufgewachsenen, in Detroit bekannt gewordenen und in Berlin lebenden Musiker schreiben will, dann wird es gefährlich. Denn „der Richie“, wie ihn seine Fans nennen (diese Ehre wird sonst noch „dem Sven“ (Väth) und „dem Ricardo“ (Villalobos) gegönnt), ist einer von den ganz Großen, da gilt jedes kritische Wort als Majestätsbeleidigung. Er hat ja auch viel für die elektronische Musik und die Clubkultur geleistet, als DJ, Produzent und Labelbetreiber verhalf er von Berlin aus dem Minimal Techno zu ein paar großen Jahren. Hört man sich aber dieses EX-Album an, ein Mitschnitt seines Live-Konzerts im New Yorker Guggenheim Museums im letzten Jahr, können einem schon Zweifel kommen: Read and rave on nach dem Klick ...

Detroiter der Woche: Moodymann

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Here we go again! So langsam nimmt sie Form an, diese Reihe mit Musikern aus Detroit. Und Kenny Dixon Jr. alias Moodymann darf da nicht fehlen, der Mann ist echt, wie wir in Berlin (da ist sie wieder, die Detroit-Berlin-Connection) so sagen, ne Marke. Gerade ist mal wieder eins seiner Alben rausgekommen, viele kleine und große Tracks sind darauf, abgedrehte Soundschnipsel, dazu das passende Albumcover (ja, genau, das Schmuckfoto hier an der Seite).
An Moodymann gefällt mir vieles, vor allem aber, dass er oft sehr gut gelaunt scheint, vielleicht sogar überdreht. Und natürlich seine legendäre Roller-Disco, die ich dieses Jahr, als ich in Detroit war, zwar verpasst habe, die ich aber unbedingt noch einmal mitnehmen möchte. Moodymann - please don’t stop the music.

Detroiter der Woche: Terrence Parker

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Wer nicht mit normalen Kopfhörern Platten auflegt, sondern dafür einen umgebauten alten Telefonhörer benutzt, der kann einfach kein schlechter Mensch sein! Terrence Parker hat sich seinen Spitznamen „The Telephone Man“ mehr als verdient, dass er noch ein Dutzend weitere Pseudonyme verwendet, ist eigentlich überflüssig, aber was soll jemand machen, der seit über 30 Jahren dem House und (ein wenig) dem Techno dient? Keep the game fresh, immer am Ball bleiben, das ist über eine so lange Zeit gar nicht so einfach. Ich finde nicht alles, was Terrence Parker musikalisch veröffentlicht, gut, dazu ist mir seine Art von House manchmal zu flach. Aber, wie gesagt, die Nummer mit dem Telefonhörer ist schon groß. Und was der Mann als DJ für ein Gespür hat, das würde man sich bei den vielen Pappnasen, die mittlerweile so an den Plattentellern der Welt stehen, auch wünschen - und sei es auch nur ein Bruchteil davon. Parker? Bitte weitermachen!

Detroiter der Woche: Mark Flash

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Vor ein paar Wochen war ich das dritte Mal in Detroit, dieser seltsamen Stadt in den USA oben an der kanadischen Grenze. Da, wo früher die Autos gebaut wurden, wo Soul seinen Siegeszug begann, wo Techno erfunden wurde. Nur, weil ich schon mal da war, heißt das natürlich noch lange nicht, dass ich großartig viel darüber weiß, was sich wirklich dort abspielt. Aber für mich hat Detroit immer noch einen ganz besonderen Klang. Und ich finde, dass Detroit allein schon dafür, dass es uns den Techno gebracht hat, jeden Support verdient. In der wunderbaren Sendung „Electro Royale“ (jeden Samstag von 20 bis 22 Uhr auf ByteFM), in der ich Woche für Woche meiner Technobegeisterung Zucker geben kann, hat Detroit schon immer eine Rolle gespielt, jetzt noch ein bisschen mehr: Ab sofort gibt es dort immer den Detroiter der Woche. Hoffentlich auch bald mit ergänzendem Video-Interview. Den Beginn (ohne Interview) macht Mark Flash. Und um den geht es auch hier beim Technoarm: Read and rave on nach dem Klick ...

Phon.o lässt es krachen

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Einer, der den Weg von außen nach Berlin gefunden hat: Carsten Aermes alias Phon.o. Das ist jetzt aber schon so lange her, dass ich gar nicht weiß, warum ich es erwähne. Ich weiß aber, warum ich ihn hier beim Technoarm empfehlen möchte: kaum jemand schafft diesen schwierigen Spagat aus Düsternis und Melancholie, der mich immer wieder neu begeistert, so gut wie er. Der Klang von Phon.os Musik mag sich im Lauf der Zeit geändert haben, mal hörte man ihm eine Hip-Hop-Begeisterung an, mal klang alles sehr dubbig, mal hart und technoid. Aber immer strahlten und strahlen seine Tracks sehr viel Atmosphäre und eine gewisse Wärme aus. Die beiden Cracking-Space-EPs, die gerade im Abstand von ein paar Wochen veröffentlicht wurden, klingen perfekt, ich bin mir sicher, dass der werte Herr Phon.o lange an ihnen herumgefeilt hat. Düster und melancholisch, so einfach kann es manchmal sein. Read and rave on nach dem Klick ...

Winterschlaf vorbei? Mal sehen ...

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Es soll ja Menschen geben, die regelmäßig hier vorbeischauen. Die haben in letzter Zeit vielleicht gedacht, der Technoarm ist tot, so wenig passierte hier. Ist aber nicht tot, es herrschte nur Sendepause. Warum? Na ja, das ist ja mehr oder weniger ein Ein-Mann-Betrieb und dieser eine Mann war ein bisschen überfordert mit all den Dingen, die er so tut. Der Technoarm litt darunter fast am meisten (nur der dünne Bauch des einen Mannes, also mein dünner Bauch, litt noch ein bisschen mehr, so dass er jetzt ansehnliche Größe erreicht hat, weil fehlender Sport selten von Vorteil ist).
Wieder einmal kommt jetzt der gute Vorsatz: so darf es nicht weitergehen, hier muss und soll regelmäßig etwas passieren. Und demnächst soll dann auch endlich der Technoarm-TV-Kanal in Gang gesetzt werden (schon seit Ewigkeiten steht auf der Seite, leicht unglaubwürdig, „coming soon“). Wir werden sehen.

Dein! Track! Im! Radio!

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Gerade feierte ich 333. Jubiläum mit meiner Sendung Electro Royale, die seit sechseinhalb Jahren bei ByteFM läuft und in Hamburg auch über UKW zu empfangen ist. Es gab drei Glückwunsch-Mails, was zwar von der Zahlenkombination ganz schön passt (3 zu 333), aber ansonsten nichts ist, worüber man groß redet. Trotzdem: Electro Royale hat jede Menge Fans (nur eben keine gratulierenden) und noch mehr Hörer. Und um nach 333 Ausgaben mal ein bisschen was zu verändern, dachte ich mir, ich öffne die Sendung ein wenig. Also: wer selbst Musik produziert, die zu Electro Royale passt, darf mir doch bitte einfach einen Link zu seinem Track schicken, aus den besten wähle ich jede Woche einen aus. „Einer für alle“ heißt sie übrigens, die neue Rubrik. Also: wer produziert und etwas Öffentlichkeit braucht, wer jemanden kennt, der produziert und Öffentlichkeit braucht, oder wer jemanden kennt, der jemanden kennt, der ... Ich glaube, das ist jetzt klar geworden, oder? Also: Entweder Mail an byte.fm. Oder hier übers Kontakt-Formular. Ich freu mich.

Wenn einer eine Detroit-Reise tut ...

Blöde, fast schon verbotenen Überschrift, ich weiß. Aber wenn es doch so gut passt? War gerade eine Woche in Detroit. Krasse Stadt. Viel erlebt. Ruin porn? Na klar. Techno? Na klar. Abgefackelte, leerstehende, verfallene Häuser? Na klar. Movement festival? Na klar. Ausgeraubt? Nein. Bedroht? Nein. Kunst und Kultur? Na klar. Und um das hier mal abzukürzen: Detroit ist eine spannende, gefährliche, liebenswürdige, krasse, entspannte Stadt. Was auch immer für Vorurteile ich hatte, sie wurden sowohl bestätigt als auch widerlegt. Ich weiß, dass das rein logisch nicht geht, aber so war es eben. Und noch eine Floskel: wenn ich jung wäre, so im besten Studentenalter, dann würde ich da jetzt hinfahren und Erfahrungen für mein Leben sammeln. Aber weil ich ja mittendrin stehe im Arbeitsleben und so, stelle ich mir einfach weiter im Kopf vor, wie das wäre. Danke für die Aufmerksamkeit :-)

Drogen? Da steht der Hip-Hopper drauf!

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Es ist keine Studie im klassischen Sinn, die sich jetzt gerade mit der Beziehung zwischen Hip Hop und Drogen auseinandergesetzt hat, sondern eigentlich eine Zählung, aber trotzdem sehr aufschlussreich. Das „Project Know“, eine amerikanische Institution, die der Aufklärung und Prävention in Sachen Drogen verschrieben hat, untersuchte US-Rap-Songs der letzten 25 Jahre und zählte einfach mal nach, wie oft verschiedene Drogen von Alkohol über Medikamente und Ecstasy bis hin zu Heroin erwähnt wurden. Über 22.000 Lieder wurden mit Hilfe der Datenbank RapGenius durchforscht. Read and rave on nach dem Klick ...

Dillon ist die Beste. Teilweise.

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Früher, als Modeselektor noch kein eigenes Label hatten, kamen ihre Platten bei Bpitch Control heraus, dem Plattenlabel von Ellen Allien. Bpitch prägte eine Zeit lang wie keine andere Plattenfirma den „Sound of Berlin“, vereinte Sperriges, Poppiges, Technoides, Elektronisches und Gefrickeltes unter einem Dach, auch Paul Kalkbrenner begann hier seine Karriere. Mit der Herrlichkeit ist es schon länger vorbei, Bpitch ist mittlerweile eines unter vielen Berliner Labels. Jetzt aber ist dort mit „The Unknwon“ wirklich tolle Platte erschienen. Gemacht hat sie Dillon, eine aus Brasilien stammende Wahlberlinerin. Ihr Klavier und ihre Stimme hätten wahrscheinlich ausgereicht, um eine ordentliche Platte hinzubekommen. Netterweise packt sie auch noch Beats und Effekte und ordentlich Elektronisches obendrauf – Singer-Songwriter-Attitüde plus Club-Nachbeben sorgt, wie man so unschön sagt, für ein Klangerlebnis der Oberextraklasse.

Ein japanisches Duo, bestehend aus drei Engländern

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Ein kleines Verwirrspiel, das Fujiya & Miyagi betreiten: Die Band besteht nicht aus zwei, sondern aus drei Musikern. Und aus Japan, wie man vielleicht denken könnte, kommen Fujiya & Miyagi auch nicht: Sie sind Engländer aus Brighton. Irgendwie passt es also, dass ihr neues Album „Artificial Sweeteners“ heißt: Künstlicher Süßstoff eben!
Die Songs darauf: sowohl elektronisch als auch krautrockig Songs. Auch auf ihrem fünften Album wird wieder deutlich, dass die Briten große Fans von Bands wie Can und Neu! sind, maschinengleich und eindringlich rattern die Songs vorbei, gleichzeitig hält David Best seine Hörer mit seiner coolen Stimme bei der Stange. Read and rave on nach dem Klick ...

Khan im Wahn

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Je mehr Informationen man bekommt, desto weniger lässt man der Phantasie freien Lauf. Diese Weisheit stammt von Andy Warhol, aber der Wahlberliner Can Oral alias Khan hat sie zum Leitspruch seines neuen Albums gemacht. The Enlightenment Machine heißt die Platte, sie verspricht also im Titel Erleuchtung, aber lässt einen am Ende ratlos zurück. Das hat auch mit dem Rollenspiel zu tun, dass Khan seit Jahren veranstaltet: Mal gibt er als Musiker den Stricher, den man auf der Telefonsex-Hotline anrufen kann, mal ist er das letzte Disco-Bollwerk, mal die schnurrbärtige Nonne. Viel hat er schon produziert, der Wahlberliner. The Enlightenment Machine jedenfalls ist neu, cool zurückhaltend. Khan, so kennen wir Dich ja gar nicht!

Grace Jones, beste Diva aller Zeiten!

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Woche für Wochen werden hunderte von Platten veröffentlicht, schätzungsweise auf der Hälfte findet sich alte Musik – Wieder- veröffentlichungen! Nicht immer ist das nötig, aber manchmal freut sich der Fan. So wie ich über die jetzt herausgegebene Deluxe Edition von „Nightclubbing“ - dem besten Album von Grace Jones. Klingen kein bisschen angestaubt, die Songs darauf, finde ich jedenfalls, obwohl schon 33 Jahre alt: Pull Up To The Bumper zum Beispiel. Hammer! Read and rave on nach dem Klick ...

Der Mann, den sie Sohn nannten

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Die Musikgeschichte kennt viele Versteckspiele, Musiker, die sich hinter Masken, Pseudonymen, erfundenen Lebensläufen oder komplett in der Anonymität versteckt haben. Aber solche Vermarktungsstrategien funktionieren immer noch, und zwar umso mehr, wenn die spannende Schnitzeljagd durch gute Musik angeheizt wird. So wie im Falle von Sohn, ein mysteriöser Produzent, der schon auf sehr zurückhaltend veröffentlichten Einzelstücken und EPs mit so anspruchsvoller wie schöner Musik glänzte und der das jetzt auch auf seinem Debütalbum fortsetzt. Read and rave on nach dem Klick ...

Zeit für Todd Terjes erstes Album

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Die Clubmusik, vor allem die elektronische Clubmusik, ist keine Albummusik! Es geht auf der Tanzfläche nicht darum, was jemand für eine tolle Langspielplatte gemacht und wie er sich da künstlerische ausgedrückt hat, sondern vor allem darum, zu tanzen! Und dafür braucht es gute Songs, gute Einzeltracks, keine guten Alben. Trotzdem sind Alben auch für Musiker, die sich in der Clubszene bewegen, wichtig: als eine Art Visitenkarte, als künstlerisches Statement, als Momentaufnahme im Sinne von: hier stehe ich, das interessiert mich, das kann ich. Read and rave on nach dem Klick ...

Die transilvanische Achterbahn

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Mit Süßigkeiten – englisch: candy - ist das ja so eine Sache: Süßigkeiten sind auf der einen Seite natürlich sehr schön ... süß. Auf der anderen Seite machen sie die Zähne, die Figur, die Gesundheit kaputt. Superstar Madonna versucht diesen Widerspruch mit Hilfe ihrer auch in Berlin mehrfach vertretenen Fitnessstudiokette „Hard Candy“ zu vertuschen. Der sehr viel weniger bekannte Musikproduzent Patric Catani geht ähnlich vor, er lässt seine süße Seite als „Candie Hank“ heraushängen. Wann also wird die Musik von Candie Hank bei Hard Candy laufen? Vermutlich nie. Denn mit Pop a la Madonna hat Patric Catani nichts am Hut. Süß sind seine Candie-Hank-Sounds nur im Vergleich zu den wirklich harten, krachigen Sounds, die er am Anfang seiner musikalischen Karriere verfolgte. Read and rave on nach dem Klick ...

Ein bisschen langsam für Disco

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Es ist halb Klischee, halb Wahrheit: an der Westküste der USA, vor allem in Kalifornien, herrscht ein ganz eigenes Lebensgefühl. Das war auch schon vor 40 Jahren der Fall – für die Compilation „Too Slow To Disco“ sind jetzt eine ganze Reihe von Songs aus dieser Zeit und aus dieser Gegend ausgegraben worden - vom Berliner DJ Supermarkt (alias Marcus Liesenfeld).
„Keep it soft, keep it melodic, keep it smooth“ – das Mantra vieler Musiker und Produzenten, die Mitte, Ende der 70er Jahre Songs aufnahmen, wird bei diesen Liedern deutlich: 2, 3, 4 Minuten lange perfekt eingespielte und produzierte Popperlen. Viele von ihnen eher obskure Songs, bei denen man sich fragt, warum sie nie einem größeren Publikum bekannt wurden. Wahrscheinlich gab es damals einfach zu viele ähnlich klingende Musik.
Marcus Liesenfeld interessiert sich seit Jahrzehnten für gut gemachte Popmusik, 2008 stellte er das erste Mal einen DJ-Mix mit 70er-Jahre-Westküsten-Softrock ins Internet, mehr als ein Jahr verbrachte er jetzt mit der Zusammenstellung von „Too Slow To Disco“ – die Songs mussten lizensiert, Rechteinhaber und längst verschollene Musiker aufgespürt werden. Und vor allem, so Marcu Liesenfeld, musste er auch ein paar Resentiments in Sachen Softrock überwinden. Meist eingespielt von Profi-Studiomusikern, klingen die Songs aber so, wie heute viele Bands von Phoenix bis Metronomy gerne klingen würden. Eine kleine Sensation gibt es auf der Compilation „Too Slow To Disco“ übrigens auch: dort findet sich ein Stück von Fleetwood Mac, die eigentlich nie Lieder freigeben. Aber Christine McVie machte eine Ausnahme und stellte das von ihr geschriebene „Sugar Daddy“ bereit.

Techno-Klassik: Alex Banks

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Ich weiß so gut wie nichts darüber, wie man ein Plattenlabel gründet und dann am Leben erhält. Woher auch? Aber wenn ich ein eigenes Label hätte, dann sollte es bitte schön so sein wie Monkeytown Records. Monkeytown ist das Label von Gernot Bronsert und Sebastian Szary, die die Welt als Modeselektor kennt. Das Berliner Duo macht nicht nur selbst Musik, die sich immer ein bisschen nach morgen anhört, sondern versammelt auf seinem Label Musiker, die der elektronischen Musik tatsächlich noch neue Facetten hinzufügen können.
Nehmen wir nur Alex Banks, ein bislang eher unbekannter Produzent aus Brighton: klassisch ausgebildet, kombiniert er vertrackte Bass- und Melodieläufe so, dass dabei hochdramatische und eindringliche Tracks entstehen. In einigen dieser Tracks arbeitet Banks mit einer Sängerin zusammen, die ordentlich Trip-Hop-Feeling ausstrahlt – Portishead 3.0 will ich das mal nennen. Aber der Rest dieser Platte geht in ganz andere, immer wieder ziemliche Haken schlagende Richtungen. Kein Wunder, dass Monkeytown den Mr. Banks länger an sich binden will.

Alex Banks – Illuminate (Monkeytown Records). Bei Noisey gibt es übrigens ein Video.

Techno, der durch die Decke geht ...

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Techno hat ja viel mit hören zu tun, vielleicht weniger mit lesen. Deshalb hier nur der kurze Hinweis auf die hörenswerte Radio-Doku über die Anfänge von Techno in Deutschland. Ist im WDR gelaufen, aber man kann sich das fast eine Stunde lange Ding (noch) herunterladen. Auf jeden Fall ein schönes Zusammenspiel von Musik und Ohrenzeugen, Protagonisten und DJs. Also: wer immer noch nicht genau weiß, wie das war, als „Techno durch die Decke ging“: Hier wird man findig --> Direktlink


Es muss die müde müde Müdigkeit sein ...

... die mich vom Bloggen abhält. Anders ist es ja wohl kaum zu erklären, dass sich hier nur alle paar Wochen etwas tut. Aber keine Sorge: tot ist der Technoarm noch nicht, er schläft halt nur ein bisschen, um dann, wenn es ihm kommod erscheint, wieder auf der Techno-Bildfläche zu erscheinen. Kommod? Was soll das denn nun wieder bedeuten? Letztendlich wohl nur ein Wort, an dem man sich etwas länger aufhalten kann, um die Spalte neben dem Foto vernünftig zu füllen. In diesem Sinne: bis bald, ihr Raver!

Verteilungskämpfe und Rückzugsgefechte. Heute: Quincy Jones

Musik ist ein furchtbares, großartiges Thema. Denn es lässt sich so schön darüber streiten. Und wenn man nur lange genug wartet, dann sagen selbst die coolsten Leute aus dem Business irgendwann dumme Sachen - das liegt einfach in der Natur des Ganzen. Nehmen wir nur mal Quincy Jones, immerhin der Mann, dem man unter anderem Michael Jacksons Thriller-Album verdankt. Einer, der echt viele sehr, sehr gute Sachen produziert hat und natürlich auch ein paar Gurken. Und der sich sicherlich auch schon einiges anhören durfte, schließlich gaben auch viele seiner Produktionen der Musik, die bis dahin herrschte, einen Tritt in den Allerwertesten. Na ja, Quincy Jones jedenfalls hat sich gerade im Interview zu Techno geäußert. Darf er. Aber ich darf auch sagen, dass es erstens nicht besonders schlau und zweitens auch nicht besonders kenntnisreich klingt, was er da rauslässt:

“I don’t like techno (...) That’s just noise. I just don’t think there is anything to learn from it. Now all these DJs are making more money than rock groups. They don’t even need bands anymore. People such as Skrillex and those guys get half a million to a million dollars a show all over the world from Las Vegas to Brazil. As a musician it is extremely frustrating. Because that’s just music to sell products.” 

Frankie Knuckles stirbt mit 59

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Scheiß 1. April: da das ganze Zeugs, das so verbreitet wird, immer spezieller und seltsamer wird, weiß man an so einem Tag überhaupt nicht mehr, was wahr ist und was erfunden. Aber das mit Frankie Knuckles ist wohl kein Scherz - mit 59 ist er jetzt (also am 31. März) in Chicago gefunden worden. Ich habe Frankie Knuckles nie live auflegen sehen und weil ich am Anfang meiner Club-Lehre eher ein Kind von Techno als von House war, hat er für mich persönlich nicht diesen Überstatus (es gilt eigentlich als Todsünde, über Frankie Knuckles zu reden oder zu schreiben, ohne ihn als „Godfather of House" zu bezeichnen). Trotzdem: 59, das ist doch kein Alter! Da stirbt man doch nicht so einfach. Oder machen Legenden extra so, dass sie vor ihrer Zeit sterben?

Lil Louis stellt in seiner House-Dokumentation die entscheidenden Fragen

Seit sieben Jahren sitzt Lil Louis, einer der Pioniere der House Music und Macher des genialen French-Kiss-Tracks, an seiner ultimativen House-Dokumentation. Und weil er alle kennt und alle ihn kennen, tauchen sie auch alle auf, von Theo Parrish bis Frankie Knuckles, von Larry Heard bis Marshall Jefferson. Und selbst David Guetta konnte ich im Trailer zum Film entdecken. Ach ja, den hätte er sich vielleicht auch schenken können. Vielleicht aber auch nicht. Im Trailer jedenfalls schon mal keine Antwort auf die Frage, welches denn die allererste House-Platte überhaupt war. Nur Theo Parrish weiß es. Aber darf es nicht erzählen. Feiner Trailer, hoffentlich kommt der ganze Film bald! Einen Titel hat er jedenfalls schon: The House That Chicago Built.

DJ, du weißt, dass du zu alt fürs Auflegen bist, wenn ...

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  • ... deine Gästeliste nur aus R.I.P.s besteht.

  • ... du die Musik nicht mehr hörst, obwohl gar nicht Silent Disco ist.

  • ... du die Tanzfläche nicht mehr siehst. Und die Tänzer. Und deinen Mixer.

  • ... du öfter pinkeln musst als trinken.

  • ... du lieber digital auflegst, weil du dich nicht mehr nach der Plattentasche bücken kannst.

  • ... du lieber digital auflegst, weil dir die Audio Files wenigstens nicht ständig runterfallen.

  • ... du immer wieder die gleichen Tracks aussuchst, weil du vergisst, dass du sie schon gespielt hast.

  • ... du dich freust, dass du die ganze Zeit von jüngeren Frauen angetatscht wirst - dabei ist es nur deine Pflegerin, die dich endlich wieder ins Heim bringen will.

Namen, die einem nur halb vertraut vorkommen. Heute:

Sound of Skiing - Burial!

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Nachdem es die ersten Tage trotz über 3000 Meter Höhe und Gletscherumgebung ganz schön warm war, kann ich jetzt langsam von Winterstimmung reden: -5 Grad können bei scharfem Wind ziemlich kalt sein. Die Musik des Tages: Burial! Denn ich habe den mp3-Player einfach mit allem gefüllt, was der nicht mehr ganz so mysteriöse Londoner Dubstep-Pionier in seiner Karriere gemacht hat. „Das ist jetzt aber nicht so viel“, könnte man entgegnen, zwei Alben und ein paar EPs, dazu Remixe. Ja, aber es gibt ja zusätzlich auch noch die Burial-Mix-Tapes, die Solitude aus all seinen Tracks gemischt hat. Und es gibt die inoffiziellen Remixe von Davwuh. Und Burials ellenlange Kollaborationen mit Massive Attack, Stücke, die er mit oder für Jamie Woon produziert hat und einiges mehr.
Die ersten Tracks, die ich von Burial habe, sind neun Jahre alt. Neun Jahre! Und auch wenn sich vieles ähnlich anhört, weil er eben einen eigenen Sound hat (der sich vermutlich aus seinen Presets ergibt), finde ich das nach wie vor spannend und genial. Epische Soundlandschaften werden da aufgebaut, die perfekt in die epische Bergwelt passen. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand, der in den Alpen wohnt, auf die Idee käme, solche Sounds zu kreieren. Denn natürlich ist das Stadtmusik, also Musik, die der Metropole London vieles, vielleicht sogar alles zu verdanken hat. Skifahren mit Burial? Immer wieder gerne!

Sound of Skiing - Tag 2

Skifahren. Für manche die unnötigste Zeitverschwendung, die sie sich vorstellen können (wahlweise auch: extrem gefährlich, umweltschädigend, albern). Für andere die beste Erfindung, seit es Menschen und Schnee gibt. Ich jedenfalls nutze die Gelegenheit und suche weiterhin die ideale Musik für die Fahrt auf den Brettern. Und stelle jeden Tag aufs neue fest, dass es die ideale Musik nicht gibt. Heute zum Beispiel: einen Tag lang nur mit Surf-Instrumentals auf der Playlist unterwegs (so war jedenfalls der Plan. Aber neben diversen original 60er-Jahre-Surf-Knaller von den Challengers, den Astronauts, den Lonely Ones, Dick Dale, den Chantays etc. etc, etlichen Tribute- und 2.- und 3-Welle-Surf-Bands der letzten Jahre und Jahrzehnte hatten sich auch Songs von Black Flag und Blink-182 auf den Player verirrt. Na ja, passiert, wenn man einfach nur nach „Surf“ filtert - die laufen, warum auch immer, bei mir zum Teil als „Surf Punk“.
Eins ist sicher: das ist extrem energetische Musik, da passiert einfach viel. Und immer wieder baut sich Spannung auf, bricht zusammen, baut sich wieder auf - eine Welle nach der anderen rollt da an, könnte man sagen. Kann man dazu Ski fahren? Natürlich. Vielleicht sogar besser, als man es eigentlich für möglich hielt. Am Abend aber beklagten sich die Beine über zu viel Arbeit. Aber das lag vielleicht auch an der nicht stattgefundenen Skigymnastik.

P.S.: Habe ich jetzt erst gesehen: mein Brillenband ist mit dem Foto eines Plattenregals geschmückt. Wie passend.

Namen, die einem nur halb bekannt vorkommen. Heute:

Sound of Skiing

Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, ist schon wieder Ski-Saison. Also für mich jetzt. Ich weiß, dass es einigermaßen schwer ist, Menschen, die fürs Skifahren nichts übrig haben, zu erklären, warum sie damit falsch liegen. Deshalb versuche ich es auch gar nicht mehr. Aber: die hoffentlich erst im hohen Alter endende Versuchsreihe „richtige Musik für Martin auf Ski“ geht in eine neue Runde. Bzw. in viele neue Runden, denn jeden Tag kann neues ausprobiert werden. Heute, an Tag 1, probierte ich es mal mit „sanften Stimmen“ plus „elektronische Popmusik“ plus im Helm verbaute Kopfhörer (es ist nämlich die erste Saison, in der ich mit Helm fahre. Na ja, stimmt nicht ganz: als ich mit vier oder fünf mit dem Skifahren anfing, hatte ich auch einen Helm. Den hatte ich mir aber nicht selbst ausgesucht, den bekamen kleine Steppkes wie ich einfach aufgesetzt. Meiner war so seltsam amerikanisch angehaucht, obere Hälfte blau mit aufgeklebten weißen Sternen, untere Hälfte weiß-rot gestreift. Aber quer.) Read and rave on nach dem Klick ...

20 Jahre Kompakt - die Dokumentation

Kompakt wurde dieses Jahr 20 und hat gefeiert. Oder war es letztes Jahr? Na ja, wer ein ganzes Jahr feiert, darf sich nicht wundern, wenn die Mitfeiernden den Überblick verlieren. Ich fand dieses Plattenlabel immer fein, relevant und interessant. Irgendwann nicht mehr ganz so bestimmend wie rund ums Jahr 2000. Aber mittlerweile wieder da. Wer wissen will, warum, für den haben die Damen und Herren (na ja, sind überwiegend Herren) eine Dokumentation ihres Schaffens bereitgestellt. Have a watch!

Namen, die einem nur halb bekannt vorkommen. Heute:



Dub für dubbige Dubster

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Einer meiner Lieblingssätze: Techno in Berlin, das ist wie Reggae auf Jamaica. Nicht Mainstream, aber auch nicht Underground, vielleicht eher: Gebrauchsmusik. Was aber macht nun ein Reggae-Sänger, wenn er in Berlin landet? Der Dominicaner Paul St. Hilaire, früher auch mal als Tikiman unterwegs, zog in den musikalisch offensten Stadtteil, nach Kreuzberg. Und arbeitete einfach mit den besten Techno-Produzenten der Stadt zusammen, um aus Dub, elektronischer Musik und seinem Gesang eine Art „Reggae von morgen“ zu schmieden. Fast schon legendär: seine gemeinsam mit Moritz von Oswald und Mark Ernestus eingespielten Tracks. Die Fortsetzung des ganzen gibt es jetzt: der ebenfalls in Kreuzberg lebende Scott Monteith alias Deadbeat hat basslastige, düstere Soundgebilde erschaffen, in denen Paul St. Hilaires einzigartige Stimme immer mal wieder aufblitzen darf. Mit Reggae hat das nicht viel zu tun. Aber wir sind ja auch nicht in der Karibik, wir sind schließlich in Berlin.

Gib dem Affen Zucker, Zuckermann!

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Ralph Zuckermann sieht so aus, als habe er einige Partyexzesse hinter sich. Vermutlich auch schon in Kreuzberg, denn auch wenn er als Musiker in der ganzen Welt herumkommt, ist er hier zu Hause. Sein Debütalbum „Serendipity“ (ein schwieriges Wort, es bedeutet wohl so viel wie: mit wachem Geist unterwegs sein und dabei und dadurch zufällig etwas entdecken) ist gar nicht sonderlich exzessiv, aber spannend: Sessel-Techno, der in seiner Machart Verbindungslinien zu Klassik, Jazz und Konzeptmusik zieht. Zuckermanns Sounds sind nicht berechnend, sie haben eher eine Art geplante Ungeplantheit. So, als ob man in einem Kindergarten unterwegs sei, behauptet sein Plattenlabel mit dem bezeichnenden Namen „Lebensfreude“. Ich finde, das führt auf die falsche Spur: Verspeilt sind die locker-flockigen Tracks kein Stückchen. Weil Zuckermann ein gestandener Musiker ist, spannt sein Album vielmehr den großen Bogen von der atmosphärischen Fläche hin zum hypnotischen Beat.

Chopstick & Johnjon machen Zwölf.

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Irgendjemand schrieb mal, die Schlesische Straße in Kreuzberg sei die Reeperbahn von Berlin. Das ist natürlich Quatsch: die Schlesische Straße ist die Schlesische Straße und ganz sicher einer der Orte, an denen „es“ gerade passiert. Teil dieses „es“ ist das Plattenlabel Suol, das seit bald vier Jahren die Grenzen zwischen Club und Pop, zwischen House und Soul, zwischen Ying und Yang verwischt. Und wo „wohnt“ Suol? In der Schlesischen Straße. Gegründet wurde Suol von Chi-Thien Nguyen und John Muder. Die beiden sind besser unter ihrem Künstlernamen Chopstick & Johnjon bekannt. Und haben jetzt, nach einer gefühlten Ewigkeit, ihr erstes Album veröffentlicht. Man muss ja immer etwas vorsichtig sein, wenn man die Verbindungen zwischen Musik und dem Ort, an dem sie entstanden ist, ziehen will. Aber für mich klingt „Twelve“ nach lauen Abenden am Landwehrkanal, nach durchfeierten Nächten in der Luzia, nach Entspannungsübungen im Görli und nach Club-Mate am Schlesischen Tor: Chopstick & Johnjon läuten schon mal den Sommer ein.

Blaue Filme von Lo-Fang

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Das Wort „Blue“ im Zusammenhang mit Musik signalisiert im Normalfall jede Menge Melancholie. Matthew Hemerlein alias Lo-Fang und sein Debütalbum „Blue Film“ machen da keine Ausnahme: tiefe Gefühle in dutzendfacher Ausfertigung erwarten einen dort, ein Song trauriger - und schöner! – als der nächste.
Lo-Fang - ein Name wie der eines asiatischen Superschurke in einem 60er-Jahre-Film. Die Kritik ist sich nicht ganz klar darüber, was sie mit diesem Lo-Fang anfangen soll: die Songs, da sind sich eigentlich alle einig, sind gut und in ihrer melancholischen Art mit- und herzzerreißend. Aber die Machart, das Hin- und Herpendeln zwischen experimentellem elektronischen Pop und pathetischem R’n’B, kommt bei den Kritikern nicht so gut an: mal wird vermutet, der junge Lo-Fang suche noch sein musikalisches Zuhause, mal mutmaßt man, die vielen verschiedenen Orte, an denen „Blue Film“ entstanden sei, spiegelten sich in den Songs wider: Ein Farmhaus in Maryland, Hotels und Studios in Kambodscha, London und Nashville und schließlich die legendären Capitol-Studios in Los Angeles – das seien einfach zu viele Orte, um beständig zu klingen.
Ich glaube, dass genau darin die Stärke dieser Platte liegt: Ein klassisch ausgebildeter Multiinstrumentalist will sich hier noch nicht auf einen, seinen Sound festlegen, sondern schafft es, die verschiedensten Einflüsse in seine Musik einfließen zu lassen. Die Stimme und vor allem die Stimmung der Platte aber halten alles zusammen. Natürlich ist Lo-Fang nicht der einzige und auch nicht der erste Pop-Musiker, der Electronica, R’n’B, Klassik und Folk zu einem großen Ganzen verwebt – seit dem Erfolg von James Blake wandeln viele auf genau diesen Pfaden. Aber nicht viele haben Songs wie Lo-Fang.

Katzen! Kotzen! Techno!

Als ich einmal beschloss, nichts mehr zu kaufen und daran (vorübergehend?) scheiterte

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Nun gut, muss ich mich hier gleich nackig machen: vor einiger Zeit beschloss ich ja, nichts mehr zu kaufen, was ich nicht unbedingt brauche. Ich wiederhole noch einmal: nichts mehr kaufen, was ich nicht UNBEDINGT brauche. Die Formulierung war schwammig genug, um die ein oder andere Ausnahme von der Regel vor mir selbst rechtfertigen zu können. Aber daran lag es nicht, dass ich im Februar ordentlich an dieser selbstgestellten und gar nicht so schweren Aufgabe scheiterte. Sondern einzig und allein an mir. Aber der Reihe nach. Read and rave on nach dem Klick ...

Dan Le Sac vs. Scroobius Pip: sie kommen!

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Mach ich mal kein Geheimnis draus: ich bin Fan von vielem. Und besonderer Fan von wenigem. Und ganz besonderer Fan von Dan Le Sac und Scroobius Pip. Das englische, nun ja, Hip-Hop-Duo („nun ja“, weil Hip-Hop-Duo in diesem Fall vielleicht ein wenig in die Irre führt. Aber dazu gleich mehr) hat mich vor Jahren mal kalt erwischt und seitdem sammele ich alles, was die beiden zusammen oder auch solo so machen. Jetzt kommen sie für ein paar wenige Auftritte nach Deutschland und Österreich und ich sage: Yeah!
Warum? Weil, wie ja hier im Technoarm schon mal erwähnt, das einfach etwas besonderes ist, was die beiden machen: Dan, der Sack, bastelt ziemlich rabaukige Techno-Electro-Dubstep-Beats, Pip liefert dazu spoken words voller popgeschichtlicher Anspielungen. Sehr englisch, sehr gut, sehr hip, nur halb hop.
Hier jedenfalls die Termine: am 26. Februar in München (Kranhalle), am 27. Februar in Wien (Brut), am 3. März in Berlin (Urban Spree), am 4. März in Hamburg (Uebel & Gefährlich). Wie gesagt: ich bin Fan. Spätestens, seit sie in einem Video einen Auftritt bei der britischen Castingshow „The X Factor“ vortäuschten. Wollt ihr sehen? Bitte:

Dixon: alles richtig gemacht!

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Es war schon immer furchtbar, wenn Mainstream-Medien sich mit Techno, House und den ganzen Spielarten der elektronischen Tanzmusik beschäftigten: ahnungslose Journalisten, die gar kein Interesse daran hatten, etwas Tieferes an ihrem Thema zu entdecken, sondern die sich nur für das Schräge, Exzessive, Abseitige interessierten. Und für eventuelle Promigesichter, an denen sich die immer gleichen Geschichten erzählen lassen. Zum Beispiel die Berghain-Geschichte im „Stern“. Aber ab und zu gab und gibt es Ausnahmen. Das beste, was ich in letzter Zeit so zum Thema gelesen habe (und was mich ein wenig neidisch werden lässt), ist ein Artikel in der „Welt“ von Cornelius Tittel. Ja, es geht auch um Exzesse, um Drogen und ums Ausrasten, was auch ok ist, weil es schließlich zum Feiern dazugehört, aber vor allem geht es um Dixon aus Berlin, einen der besten DJs der Welt, und um Techno und die Medien und Berlin als Exportschlager und und und. Warum habe ich das nur nicht selbst geschrieben?

The Jaydes machen Musik. Gute Musik.

Die drei größten Lügen des Privatradios? Das Beste a) der 80er, b) der 90er und c) von heute. Ein Witz, na klar, aber einer, der bei den Jaydes eine ganz andere Bedeutung bekommt. Denn die behaupten nicht nur, dass sie das Beste der elektronischen Musik vergangener Jahrzehnte mit aktueller Clubmusik vermischen, nein, sie tun das wirklich! Tolle Tracks, zum Teil mit Gesang, zum Teil als coole Clubstücke angelegt, in denen völlig unvermittelt Rave-Fanfaren losbrechen, um gleich wieder zu verstummen. Und dann noch der Name! The Jaydes, das ruft Erinnerungen an die „The-Bands“ wie The Strokes, The Hives, The Kills etc. hervor. Aber in Sachen Gitarre ist hier gar nichts zu finden: Elektronisch-analog gehen Bloody Mary und Attan zur Sache – zwei Franzosen, die sich erst in Berlin, ihrer Wahlheimat, kennengelernt und hier für ihr gemeinsames Projekt „The Jaydes“ ihren Musikmaschinenpark zusammengeworfen haben.

The Jaydes – The Jaydes (Label: Dame-Music)

Eine Ära geht zu Ende: Westbam steigt bei Mayday aus

Es hat offenbar gekracht: Westbam, der die Mayday als große Techno-Veranstaltung mitbegründet hat, will nicht mehr. Die Richtung, in die sich die Mayday entwickelt hat, passt ihm nicht, man habe dort auf Musik gesetzt, in der sich künstlerisch überhaupt nichts mehr bewegt (Trance und Schranz) und überhaupt ginge das alles gar nicht, was die die derzeitigen Organisatoren da so veranstalteten. Ich habe hier mal sein komplettes „Offizielles Statement“ reingestellt, das gibt es nach dem Klick. Nur eins noch: Ich war mal auf einer Mayday in Berlin und fand das schon damals nicht so doll. Finde aber bemerkenswert, dass Westbam auf allen 60 Mayday-Veranstaltungen, die es seit der Gründung so gab, gespielt hat. Ach ja: in „Der Klang der Familie“ gibt es ein paar saftige Statements, die die Gründung der Mayday selbst schon als nicht ganz astreine Unternehmung dastehen lassen. Aber das nur am Rande. Read and rave on nach dem Klick ...

Techno? Alles Nazis!

Fotografiert von Martin Böttcher
Das kennen wir alle: wann immer man mit Leuten zusammenkommt und eine Gruppe bildet, gibt es einen, der nervt. Nicht nur ein bisschen, sondern so richtig: alles wird in Frage gestellt, ständig wird auch das Banalste nachgefragt, komische Geräusche, Gerüche, Kommentare werden abgesondert. Kannste nichts machen, außer die Augen verdrehen und auf Durchzug schalten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Horst Schmitt von „Die Linke“ so ein Typ ist: er hat einen feinen Antrag gestellt (Antrag 6, ab Seite 34), über den Mitte Februar der Parteitag seiner Vereinigung entscheiden soll – kurz gesagt möchte er, dass „Die Linke“ nicht mehr die „Internationale“ anstimmt, das Lied sei militaristisch, gewalt- und kriegsverherrlichend. Richtiger Antrag, sag ich mal, aber aus den falschen Gründen: eigentlich sollten Politiker grundsätzlich nicht singen dürfen, weil sie damit unsere Ohren angreifen und dabei jeglichen Respekt, den man vielleicht noch vor ihnen hat, zerstören. Aber das soll die machen, wie sie wollen. Was an Horst Schmitts Antrag aber so unglaublich dumm ist, ist die Art und Weise, wie er Musik definiert und einteilt – das hat in seiner Beschränktheit eine ähnliche Dimension wie das Musikverbot, das islamische Extremisten in Mali verhängten. Nehmen wir nur mal, was Horst Schmitt über Techno schreibt: Read and rave on nach dem Klick ...

Besuch aus der Zukunft

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Man kann es ja nicht oft genug sagen: gut, dass es Jeff Mills gibt. Egal, was der Detroiter Techno-Pionier macht (und egal, ob man mit seiner Musik immer etwas anfangen kann), für mich wird das Leben durch ihn leichter. Wie das? Ich sage mir wirklich oft: wenn sich Jeff Mills für Science Fiction, für die Bücher, Filme und Theorien dahinter interessiert, dann kann das so falsch nicht sein, dass ich das auch mache. Und wenn er nach wie vor harte elektronische Musik - wir nennen es Techno - macht, dann ist das auch in Ordnung, wenn „everything techno“ mein Leben bestimmt. So blöd sich das anhört: Jeff Mills hat damit die Rolle eingenommen, die Moby mal für mich hatte (bevor er weltberühmt wurde). Moby hat mir das mit den Tieren beigebracht (dass man die nicht isst), Jeff Mills bringt mir immer noch das mit der Musik bei (dass man die nicht nur hört, sondern lebt). Read and rave on nach dem Klick ...

Die elektronische One-Man-Band

Na das kann ja heiter werden! Kaum sind die ersten Sätze mit Justus Köhncke gewechselt, ist klar, worüber der Produzent und DJ alles nicht reden will: die GEMA, Musik-Streamingdienste, das Alter – alles langweilig! Und bei der Frage, seit wann genau er denn in Berlin lebt, kontert er: „Ah, Lokalbezug einbauen! Klar, Tagesspiegel.“ Typisch Köhncke! Es wird dann wirklich heiter, zum Glück anders als befürchtet. Die anderthalb Stunden Interview bei Bier und Zigarette gehen schnell vorüber, denn mit Justus Köhncke kann man dann doch über alles reden. Hinter seiner ungewöhnlichen, am Anfang störrisch erscheinenden Art verbirgt sich ein unsicherer Mensch und ein selbstbewusster Künstler. Oder ist es umgekehrt? Read and rave on nach dem Klick ...

The Prodigy als, nun ja, halber Stummfilm

Als in den 90ern die ersten Sachen von The Prodigy rauskamen, hätte niemand, den ich kenne, damit gerechnet, welchen Einfluss und welchen durchschlagenden Erfolg die mal haben würden. Ich finde, die Tracks gehen immer noch, vor allem der überragende Firestarter. Und der ist jetzt wieder da, aber ganz anders: Mario Wienerroither aus Wien, der unter dem Pseudonym Erdgas Musik produziert, hat die Musikspur vom Firestarter-Video gelöscht und nachvertont. Geübt hatte er das zuvor schon bei Nirvana und Queen, aber hier ist’s perfekt.



Möcht ich sehn!

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Crowdfunding lebt ja vor allem von dem Gedanken „das möchte ich sehen, haben, hören ..." Und hier ist etwas, das ich gerne sehen (und hören) würde: Einen Film namens „The Confession of Money" mit der Filmmusik von (dem von mir sehr verehrten) Adnan Duric alias Filterwolf. Drehbuch stammt von Koto Kodama, er will das auch drehen, es gibt einen Trailer (s.u.), der zwar sehr simpel aussieht, aber mit der Mischung aus Muscle Cars, smarten Frauen und trashigen Dialogen einen Hauch von Tarrantino verspricht. Die Idee ist da, scheint also nur noch das Geld zu fehlen. Ach, Geld ... das findet sich sicherlich schnell.

Der DJ-Spätkauf von Kyoto

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Im Dezember war ich in Kyoto. Schöne Stadt, vielleicht sogar die schönste in ganz Japan. Ein bisschen verschlafen, dachte ich zuerst, aber das gefiel mir. Und dann entdeckte ich „Transit Records Kyoto“, den Plattenladen von Royma Sasaki - eine Art Spätkauf für DJs. „Transit Records“ macht nämlich dann auf, wenn alles andere schließt, und bleibt die ganze Nacht geöffnet. Was daran spannend ist? Na ja, das kann man hier lesen und ganz am Ende auch hören. Read and rave on nach dem Klick ...